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Bei zu errichtenden Gebäuden (Neubauten) können die Anforderungen variabel angewandt werden, explizite Anforderungen an Wärmeschutz, Materialwahl und konstruktiven Aufbau von Außenwänden ergeben sich nicht. Bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude (Altbauten) gelten dagegen definierte Anforderungen an den Wärmeschutz.
Neben Anforderungen an den Wärmeschutz gelten ebenso Anforderungen an den Feuchteschutz, an den Schallschutz sowie an den Brandschutz.
Außen- oder Innendämmung?
Die Außendämmung weist folgende Vorteile auf:
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Das Auftreten von konstruktiv und geometrisch bedingten Wärmebrücken (z. B. bei Heizkörpernischen, Fensterstürzen, Stirnseiten von Stahlbetondecken usw.) wird durch die Dämmung der gesamten Wandfläche verringert.
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Das tragende Mauerwerk wirkt als Wärmespeicher, Innenräume bleiben im Sommer länger kühl, im Winter länger warm. Bei regelmäßig (während der gesamten Heizperiode) beheizten Räumen empfiehlt sich daher die Verwendung einer Außendämmung.
Feuchtigkeits- und Frostschäden können in der Regel vermieden werden. Auf eine Dampfsperre kann verzichtet werden.
Eine Innendämmung lässt sich zwar preisgünstig und von der Witterung unabhängig anbringen, führt aber bei unsachgemäßer Ausführung zu bauphysikalisch ungünstigen Ergebnissen. Das Diffusionsverhalten der Wandkonstruktion kann sich verschlechtern.
Es ist eine Dampfsperre notwendig, sofern deren Entbehrlichkeit nicht rechnerisch nachgewiesen werden kann. Dampfsperren aus Kunststoff- oder Aluminiumfolien bilden raumseitig vor der Wärmedämmschicht einen dampfdichten Abschluss und verhindern damit, dass Wasserdampf in die Konstruktion eindringen und dort zu Tauwasserbildung führen kann.
Die Innendämmung weist gegenüber anderen Ausführungsformen der Wärmedämmung folgende Nachteile auf:
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Durch verstärkte Wirkung der Wärmebrücken einbindender Geschossdecken und Zwischenwände kann der U-Wert von Außenwänden mit Innendämmung um bis zu 50 % verschlechtert werden.
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Der Vermeidung von Wärmebrücken wird in der Energieeinsparverordnung (EnEV) besondere Beachtung geschenkt.
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Das tragende Mauerwerk kann nicht als Wärmespeicher wirken: Innenräume werden im Sommer schnell aufgeheizt, im Winter kühlen sie rasch aus.
Feuchtigkeits- und Frostschäden können bei der Innendämmung verstärkt auftreten, da bei niedrigen Außentemperaturen die Temperatur der gesamten Tragschicht unter die Frostgrenze absinken kann und wasserführende Versorgungsleitungen in der Tragschicht einfrieren können. Die erheblichen Temperaturspannungen können zu Rissbildung führen, die unter Frosteinwirkung gravierende Bauschäden verursachen kann. Wegen der geringen Wärmespeicherfähigkeit der Tragschicht bei der Verwendung einer Innendämmung ist der Einsatz schnell regelbarer Heizungssysteme notwendig. Durch Innendämmung verringert sich die Wohn- und Nutzfläche von Gebäuden. Innendämmung empfiehlt sich insbesondere bei selten genutzten und nur sporadisch beheizten Räumen.
Grundsätzlich unterscheidet man bei Außenwänden folgende Arten des Wandaufbaus mit einigen zusätzlichen Varianten:
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Einschaliges Mauerwerk
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Mauerwerk mit Dämmputz
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Mauerwerk mit Außendämmung und hinterlüfteter Wandbekleidung
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Mauerwerk mit Außendämmung aus verputzten Dämmschichten (Wärmedämm-Verbundsystem)
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Mauerwerk mit Innendämmung
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Zweischalige Außenwände mit Kerndämmung
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Außenwände in Leichtbauweise
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Außenwände mit transparenter Wärmedämmung
Einschaliges Mauerwerk
Eine weit verbreitete Wandkonstruktion ist das einschalige Mauerwerk, das bei genügender Wanddicke und geringer Rohdichte eine ausreichende „Eigendämmung“ aufweist. Von Baustoffherstellern wird inzwischen Mauerwerk angeboten, dessen wärmedämmende Eigenschaften nahezu an Wärmedämmstoffe heranreichen.
Durch Verwendung von Leichtmauermörteln können Wärmeverluste im Fugenbereich weitgehend verringert werden. Bauphysikalisch ist der einschalige Wandaufbau unproblematisch, wenn Wärmebrücken (z. B. Betonstürze und -pfeiler) vermieden und Putze und Anstriche verwendet werden, die den Wasserdampfdurchgang durch die Wand nicht behindern.
Die Vorteile von einschaligem Mauerwerk liegen insbesondere in der einfachen Planung und Ausführung.
Mauerwerk mit Dämmputz
Dämmputze weisen etwa die Hälfte des Wärmedurchlasswiderstands herkömmlicher Dämmstoffe auf und müssten daher in etwa doppelter Dicke verwendet werden. Dämmputze werden jedoch in der Praxis nur bis zu einer Dicke von wenigen cm aufgetragen. Dämmputze eignen sich daher vor allem für Bauwerke, deren Fassaden optisch nicht verändert werden dürfen (Denkmalschutz).
Mauerwerk mit Außendämmung und hinterlüfteter Wandbekleidung
Auf das Mauerwerk wird eine Unterkonstruktion aufgeschraubt, die dicker ist als die Wärmedämmschicht. Der Dämmstoff wird in die Zwischenräume der Unterkonstruktion eingelegt. In der Regel muss eine Konterlattung aufgebracht werden. Auf der Konterlattung können als Wandbekleidung z. B. Holzbretter, Holzschindeln, Keramik-, Schiefer- oder Faserzementplatten sowie verputzte Platten angebracht werden. Bei zweischaligen Außenwänden mit Luftschicht und Wärmedämmung tritt eine gemauerte Verblendschale oder geputzte Vormauerschale an die Stelle einer Wandbekleidung vor der Innenschale der Außenwand.
Bei der Ausführung von Vorsatzschalen ist insbesondere auf die Anordnung ausreichender Dehnfugen zu achten. Fenster sollten grundsätzlich nicht in der Vorsatzschale, sondern im tragenden Mauerwerk angeordnet werden.
Die Durchlüftung muss einwandfrei ausgeführt werden (mindestens 4 cm Abstand baupraktisch einhalten!). Veränderungen von Fassaden durch nachträgliche Bekleidungen erfordern in der Regel keine Baugenehmigung.
Mauerwerk mit Außendämmung aus verputzten Dämmschichten (Wärmedämm-Verbundsystem)
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand der einzelnen Konstruktionsschichten muss nach außen hin abnehmen, um Durchfeuchtungsschäden der Wand zu vermeiden.
Ein Wärmedämm-Verbundsystem besteht aus mehreren Schichten:
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einer Wärmedämmschicht aus Dämmstoffen in unterschiedlicher Schichtdicke; die Dämmstoffe werden mit dem zu behandelnden Beschichtungsuntergrund verklebt und/oder mechanisch befestigt;
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einer armierten Beschichtung aus Armierungsmasse und Armierungsgewebe;
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einer Schlussbeschichtung zur Gestaltung der Oberfläche.
Mauerwerk mit Innendämmung
Zur Ausführung gelangen z. B. Verbundplatten aus Dämmstoff und einer nagelbaren Deckschicht mit integrierter Dampfsperre. Die Verbundplatten werden innen am Mauerwerk befestigt, die Stöße verspachtelt, die Wand danach tapeziert.
Zweischalige Außenwände mit Kerndämmung
Bei zweischaligen Außenwänden mit Kerndämmung auf eine Luftschicht zwischen Wärmedämmschicht und äußerer Mauerwerksschale verzichtet werden, sofern bestimmte Anforderungen an Materialwahl und Ausführung eingehalten werden.
Außenwände in Leichtbauweise
Außenwände in Leichtbauweise, z. B. Holzständerwände, werden vor allem bei Fertighäusern eingesetzt. Eine ganz neue Bedeutung haben Außenwände in Leichtbauweise durch Planung und Bau von Passivhäusern erhalten.
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